Wilhelm, das war nix! http://wilhelm.blogsport.de Vortragsreihe im Wilhelmspalais Stuttgart Thu, 16 May 2013 16:23:20 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en 65 Jahre Israel http://wilhelm.blogsport.de/2013/05/14/65-jahre-israel/ http://wilhelm.blogsport.de/2013/05/14/65-jahre-israel/#comments Tue, 14 May 2013 19:00:38 +0000 Administrator Archiv http://wilhelm.blogsport.de/2013/05/14/65-jahre-israel/

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Tilman Tarach (Freiburg) : Israel und seine Feinde – Zum 65. Jahrestag der Staatsgründung. http://wilhelm.blogsport.de/2013/05/14/israel-und-seine-feinde-zum-65-jahrestag-der-staatsgruendung/ http://wilhelm.blogsport.de/2013/05/14/israel-und-seine-feinde-zum-65-jahrestag-der-staatsgruendung/#comments Tue, 14 May 2013 17:30:30 +0000 Administrator Archiv http://wilhelm.blogsport.de/2013/05/14/israel-und-seine-feinde-zum-65-jahrestag-der-staatsgruendung/ Di., 14. Mai 2013, 19:30

Über keinen Staat gibt es so viele Gerüchte wie über Israel. Welchen Stellenwert hat die Gründung Israels heute noch? Handelt es sich beim Kampf gegen den jüdischen Staat, den Araber schon Jahrzehnte vor der Staatsgründung führten, wirklich um einen Kampf gegen Unrecht und Besatzung, oder geht es vielmehr gegen jede souveräne jüdische Präsenz in der Region?

Tilman Tarach erläutert die Geschichte und Bedeutung der israelischen Staatsgründung. Er zeigt dabei auf, wie und warum aus dem alten antisemitischen »Gerücht über die Juden« das antizionistische »Gerücht über Israel« geworden ist. Tarach lebt in Berlin und Freiburg und ist Jurist sowie Autor des Buches Der ewige Sündenbock. Heiliger Krieg, die „Protokolle der Weisen von Zion“ und die Verlogenheit der sogenannten Linken im Nahostkonflikt (Vorwort Henryk M. Broder, Edition Telok 2011). Artikel von ihm erschienen in Konkret, Jüdische Allgemeine und Jerusalem Post.

Anschließend findet die Party »Happy Birthday Israel 65« mit Süßem, Salzigem & DJs statt.

(Eintritt frei)

Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Gruppe Emanzipation und Frieden ausgerichtet.
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Joachim Bruhn (Freiburg): Antizionismus und Volksstaat. Der Fetisch der Souveränität und der Haß auf den „Unstaat“ Israel. http://wilhelm.blogsport.de/2013/05/07/joachim-bruha-freiburg-antizionismus-und-volksstaat-der-fetisch-der-souveraenitaet-und-der-hass-auf-den-unstaat-israel/ http://wilhelm.blogsport.de/2013/05/07/joachim-bruha-freiburg-antizionismus-und-volksstaat-der-fetisch-der-souveraenitaet-und-der-hass-auf-den-unstaat-israel/#comments Tue, 07 May 2013 17:00:06 +0000 Administrator Archiv http://wilhelm.blogsport.de/2013/05/07/joachim-bruha-freiburg-antizionismus-und-volksstaat-der-fetisch-der-souveraenitaet-und-der-hass-auf-den-unstaat-israel/ Di., 7. Mai 2013, 19:00

Woher kommt das notorisch gute Gewissen der „Linken“ in ihrer Agitation gegen Israel? Wie funktioniert der Antisemitismus der sog. „legitimen Israel­Kritik“? Warum zeugt die feinsinnige Unterscheidung von Antisemitismus und Antizionismus vom Weißwaschen des deutschen Staatsfetischismus?

Der Wahn vom Volkssouverän ist, wie immer im einzelnen ausbuchstabiert und ausagiert, die synthetische Ideologie der restlos kapitalisierten Gesellschaft, d.h. das zwar vollendet idiotische, aber desto lieber geglaubte und aggressiv bezeugte Ideologem, das die Linkspartei, Günter Grass und die NPD verbindet. Im Wettstreit um die je subjektive Interpretation und sodann politische Okkupa­ tion dieses Begriffs vollzieht sich die objektive Reproduktion der deutschen Souveränität so, wie sie in der fraktionsübergreifenden, natürlich völkerrechtlich fundierten Verurteilung Israels durch den Bundestag im Mai 2010 sich aussprach, und dies ist zugleich der Grund dafür, daß, wenn vom „Schurkenstaat“ Israel die Rede ist, gar nicht mehr unterschieden werden kann, wer spricht, und daß es einerlei ist, ob die Agitation gegen das jüdische „Staatsgebilde“ und gegen diesen „Staat aus der Retorte“ von sozialdemokratisierten Stalinisten oder gleich von zwangsparlamentarisierten Nazis ausgeht. Denn daß, wie das Grundgesetz der BRD sagt, alle Macht vom Volk ausgeht, dieser manische Staatsfetischismus ist es, der, wie das Idiotem vom Geld, das endlich wieder dem Volk und der sog. Realwirtschaft zu dienen habe, die antagonistische Gesellschaft fraktionsübergreifend zusammenschweißt, der es macht, daß Herr und Knecht, daß Lohnarbeit und Kapital in der Aversion gegen die Juden zur Volksfront im Volksstaat zusammenfinden.

Daß die Antizionisten Israel so als „Unstaat“, als „Gegenstaat“ und „teuflische Abstraktion“ aburteilen wie die Antisemiten die Juden als „Gegenrasse“ anprangern, das liegt, betrachtet man die Linksdeutschen, insbesondere daran, daß die marxsche „Kritik der po­ litischen Ökonomie“ nicht zugleich als Kritik der Souveränität des Kapitals entwickelt wurde, daß von Anfang an vielmehr ein Staat­ lichkeitswahn einriß, der, von Ferdinand Lassalles Agitation für den Staat als die „große Assoziation und Produktivgenossenschaft des arbeitenden Volkes“ über das Programm der KPdSU in Sachen „Staat des ganzen Volkes“ bis hin zum „Erfurter Programm“ der Linkspartei sich aufplustert. Der Vortrag will insbesondere darstellen, wie dieses Unglück, das sodann die Juden und ihr Staat erlei­ den müssen, sich fugendicht vollendete, als die Kommunistische Internationale das Idiotem vom Volksstaat noch um das „Recht der Völker auf nationale Selbstbestimmung“ erweiterte (was Rosa Luxemburg „kleinbürgerlichen Humbug“ nannte) und zum „Djihad ge­ gen das Kapital“ aufrief.

Joachim Bruhn ist Co­Autor von Initiative Sozialistisches Forum: Furchtbare Antisemiten, ehrbare Antizionisten. Israel und die linksdeutsche Ideologie sowie Das Konzept Materialismus.

Die Veranstaltung wird in Kooperation mit den Gruppen Forum Materialistische Kritik & Emanzipation und Frieden ausgerichtet.
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Peter Bierl (München): Geld und Zins – „Das Schlechte“ in der Welt? Regionalgeld, Tauschringe, Schwundgeld und Sozialdarwinismus. http://wilhelm.blogsport.de/2013/05/02/geld-und-zins-das-schlechte-in-der-welt-regionalgeld-tauschringe-schwundgeld-und-sozialdarwinismus/ http://wilhelm.blogsport.de/2013/05/02/geld-und-zins-das-schlechte-in-der-welt-regionalgeld-tauschringe-schwundgeld-und-sozialdarwinismus/#comments Thu, 02 May 2013 17:30:09 +0000 Administrator Archiv http://wilhelm.blogsport.de/2013/05/02/geld-und-zins-das-schlechte-in-der-welt-regionalgeld-tauschringe-schwundgeld-und-sozialdarwinismus/ Do., 2. Mai 2013, 19:30

Frühsozialisten wie Charles Fourier (1772-1837) und der Anarchist Pierre Joseph Proudhon (1809-1865) kritisierten Geld und Zinsen, Wucher und Spekulation. In Fouriers Produktions- und Wohngenossenschaften sollten Erträge nach Anteilsscheinen verteilt werden, Proudhons Konzept einer bargeldlosen Tauschbank mit zinslosen Krediten scheiterte.

Dagegen analysierte Karl Marx (1818-83) den Kapitalismus als dynamische Produktionsweise, in der Profitmaximierung und Akkumulation von Kapital Selbstzweck sind. Er entzog damit Frühsozialisten wie Sozialromantikern theoretisch die Grundlage. Dennoch finden solche Ideen gerade in Krisenzeiten Anklang. Die Perspektive einer lokal oder regional beschränkten Ökonomie ohne spekulative Finanzgeschäfte mit fairen Preisen und Löhnen, einer Gemeinwohl-Ökonomie, eine Art gebremster Kleinkapitalismus, ist in Teilen der Linken, unter Globalisierungskritikern, bei Occupy und in der Umweltbewegung verbreitet.

Dazu gehört die so genannte Freiwirtschaftslehre des Kaufmanns Silvio Gesell (1862-1930). Die Regionalgeld- und Tauschringe-Projekte basieren auf den Lehren Gesells. Am bekanntesten ist der Chiemgauer, eine Alternativ-Währung im Südosten Bayerns, die in den Medien immer wieder gelobt wird. In Baden-Württemberg gibt es Regionalgeld wie den Dreyecker, den Freitaler und den Gwinner, einige Projekte sind in Vorbereitung, andere schon wieder aufgegeben. Freiwirtschaftler waren Mitgründer der Grünen, zwei Gruppen sind heute Mitgliedsverbände von Attac Deutschland. In Argentinien beteiligten sich während der Wirtschaftskrise 2001 zeitweise zehn Millionen Menschen an einem Tausch-Netz mit eigener Währung.
Gesell wie Proudhon stellten den „ehrlichen“ Unternehmer gegen den „bösen“ Wucherer und Spekulanten, was die Nazis auf die Parole vom „schaffenden“ gegen das „raffende“ Kapital verdichteten, und bieten damit Anknüpfungspunkte für antisemitische und völkische Politik.

Peter Bierl ist freier Journalist, Politikwissenschaftler und Autor des Buchs Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn. Kapitalismus von rechts: Die Lehre Silvio Gesells, Hamburg 2012.

(Eintritt frei)

Die Veranstaltung wird in Kooperation mit ver.di Stuttgart ausgerichtet.
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Marcus Hammerschmitt (Tübingen): Öko ist Deko. http://wilhelm.blogsport.de/2013/04/25/oeko-ist-deko/ http://wilhelm.blogsport.de/2013/04/25/oeko-ist-deko/#comments Thu, 25 Apr 2013 17:30:59 +0000 Administrator Archiv http://wilhelm.blogsport.de/2013/04/25/oeko-ist-deko/ Do., 25. April 2013, 19:30

Der Kapitalismus ist ein Gewaltverhältnis – oder ein Bündel aus Gewaltverhältnissen –, das seiner selbst nicht bewusst werden darf. Wie ein Schlafwandler gerät er in Gefahr zu stolpern, wenn er aufwacht. Daher seine Liebe zur Ideologie, dem notwendig falschen Bewusstsein als dem Traum des beweglichen, des handelnden Schläfers. Die Religion als Seufzer der bedrängten Kreatur ist dort wie eh und je aktuell, wo die Bedrängnis unmittelbar existenzielle Ausmaße erreicht. Nirgendwo wird inbrünstiger geglaubt als dort, wo eine Hoffnung auf reale Besserung nicht in Sicht ist. In den gemäßigten Breitengraden des Kapitalismus geht die Bedrängnis für die Schlafwandler auch von deren eigenem Gewissen aus: Ahnungen zur prinzipiellen Gewaltförmigkeit des Kapitalismus treffen auf die Hoffnung, durch richtige Dressur sei er, und also man selbst, zu zähmen. Das Christentum, jene jahrtausendealte Einübung in falsche Hoffnungen, überwacht so noch seine eigene Ablösung als Wächter an der Grenze zum Erwachen, und die aktuell wichtigste falsche Hoffnung formuliert der Ökologismus. Wie die Religion darf er durch und durch falsch und verlogen sein, wenn nur die Hoffnung bleibt; das erspart die Abschaffung des zugrundeliegenden Gewaltverhältnisses, und dieser Spareffekt, der die Nichtabschaffung des Gewaltverhältnisses zur Natur einschließt, ist der Hauptzweck der Übung.

Marcus Hammerschmitt, Schriftsteller, Journalist und Fotograf aus Tübingen, spricht darüber, wie es gelungen ist, aus einem Spartenprogramm für Freunde des einfachen und gesunden Lebens die Hauptshow zur besten Sendezeit in der „Überflussgesellschaft“ zu machen.

(Eintritt frei)

Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Gruppe Emanzipation und Frieden ausgerichtet.
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Blödmaschinen und Econotainment. Kapitalismus als Spektakel. Multimedialesung von Markus Metz (München) & Georg Seeßlen (Kaufbeuren). http://wilhelm.blogsport.de/2013/04/14/bloedmaschinen-und-econotainment-kapitalismus-als-spektakel/ http://wilhelm.blogsport.de/2013/04/14/bloedmaschinen-und-econotainment-kapitalismus-als-spektakel/#comments Sun, 14 Apr 2013 15:00:16 +0000 Administrator Archiv http://wilhelm.blogsport.de/2013/04/14/bloedmaschinen-und-econotainment-kapitalismus-als-spektakel/ So., 14. April 2013, 17:00

Vor nicht allzu langer Zeit wäre wohl kaum jemand auf die Idee gekommen, regelmäßig den Börsenteil der Zeitung zu lesen. Heute wird plötzlich mehr und emotionaler über Wirtschaft geredet als jemals zuvor. Wir erleben – so Markus Metz und Georg Seeßlen – den Anbruch einer neuen Phase des Kapitalismus, in der er sich endgültig in ein gigantisches Spektakel verwandelt. Die Botschaft, die über alle Blödmaschinen verbreitet wird, lautet: Ökonomie ist auch nur ein Reality-Format.

Markus Metz und Georg Seeßlen sind freie Journalisten und die Autoren des 2011 erschienenen Groß-Essays Blödmaschinen: Die Fabrikation der Stupidität, welcher die grassierende Blödheit (die ja durchaus beanspruchen kann die angemessene Geisteshaltung in Verhältnissen zu sein, die sich nicht mal den Anschein von Sinnhaftigkeit geben wollen) in ihren jeweiligen Ausprägungen nicht, wie üblich, mit kulturpessimistischem Lamento begleitet, sondern ihre Produktion und Reproduktion als Funktionen von „Maschinen“ begreifbar machen will, deren Mechanismen es zu analysieren gilt. 2012 haben sie den Supplement-Band Kapitalismus als Spektakel: Oder Blödmaschinen und Econotainment nachgereicht, in dem gezeigt wird, wie sehr sich die kapitalistische Ökonomie selbst, jene letzte ehrwürdige „große Erzählung“, bereits in blödes Entertainment aufgelöst hat.

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Bodo Kahmann (Göttingen): Der antisemitische Haß auf New York. Über das Verhältnis von Antiurbanismus, Antisemitismus und Antiamerikanismus. http://wilhelm.blogsport.de/2013/03/24/der-antisemitische-hass-auf-new-york-ueber-das-verhaeltnis-von-antiurbanismus-antisemitismus-und-antiamerikanismus/ http://wilhelm.blogsport.de/2013/03/24/der-antisemitische-hass-auf-new-york-ueber-das-verhaeltnis-von-antiurbanismus-antisemitismus-und-antiamerikanismus/#comments Sun, 24 Mar 2013 15:00:35 +0000 Administrator Archiv http://wilhelm.blogsport.de/2013/03/24/der-antisemitische-hass-auf-new-york-ueber-das-verhaeltnis-von-antiurbanismus-antisemitismus-und-antiamerikanismus/ So., 24. März 2013, 17:00

Als die Jihadisten um Mohammed Atta am 11. September 2001 die beiden Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers steuerten und diese zu Fall brachten, bejubelte nicht nur die Neonazi-Szene in Deutschland diesen Terroranschlag. In den Kommentaren wurde nicht zuletzt auf den symbolischen Charakter des Anschlagsziels hingewiesen: Mit der Zerstörung der Twin Towers in New York sei ein zentrales Symbol der „amerikanisch-jüdischen Globalisierung“ im Herzen der „jüdischen Machtzentrale“ attackiert worden. Der Hass auf New York kommt nicht von ungefähr. Im Hass auf die Weltstadt werden Ressentiments angesprochen, die von grundlegender Bedeutung für den Antisemitismus sind: So gilt New York als Versinnbildlichung einer kosmopolitischen und komplexen Sozialordnung, als ultimativer Ort des Intellekts, der Dekadenz und Ausschweifung, sowie der Sphäre der Zirkulation, also der als abstrakt wahrgenommenen Seite des Kapitals. Diese Punkte lassen sich den wesentlichen Eigenschaften einer urbanen Metropole zuordnen. New York gilt den Antisemiten dabei als Inbegriff und vollendeter Ausdruck einer verhassten und als jüdisch imaginierten westlichen Urbanität. Der Vortrag versucht eine Theorie des Antiurbanismus zu entwerfen, in der die Anschlussfähigkeit an Antisemitismus und Antiamerikanismus im Mittelpunkt stehen.

Bodo Kahmann hat Politikwissenschaft studiert und veröffentlicht u.a. in der Zeitschrift Tribüne.

(Eintritt frei)

Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Gruppe Emanzipation und Frieden ausgerichtet.
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Alex Feuerherdt (Köln): Die unheimliche Popularität der „Israelkritik“. http://wilhelm.blogsport.de/2013/03/17/die-unheimliche-popularitaet-der-israelkritik/ http://wilhelm.blogsport.de/2013/03/17/die-unheimliche-popularitaet-der-israelkritik/#comments Sun, 17 Mar 2013 15:00:03 +0000 Administrator Archiv http://wilhelm.blogsport.de/2013/03/17/die-unheimliche-popularitaet-der-israelkritik/ So., 17. März 2013, 17:00

38,4 Prozent der Deutschen vertreten einer Umfrage zufolge die Ansicht: „Bei der Politik, die Israel macht, kann ich gut verstehen, dass man etwas gegen Juden hat.“ 39,5 Prozent glauben: „Viele Juden versuchen, aus der Vergangenheit des Dritten Reiches heute ihren Vorteil zu ziehen.“ Und gar 57,3 Prozent meinen: „Israel führt einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser.“ Die populäre Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“ bezichtigt den jüdischen Staat wahrheitswidrig, den Palästinensern das Wasser zu stehlen und sie dadurch an den Rand des Verdurstens zu bringen. Die weitaus meisten westlichen Politiker betrachten nicht etwa das iranische Atomprogramm oder Terrororganisationen wie die Hamas und die Hisbollah, sondern die israelischen Siedlungen in den umstrittenen Gebieten als „Haupthindernis für den Frieden im Nahen Osten“ und sind hellauf empört, wenn ihnen die Frage gestellt wird, warum Juden in einem prospektiven palästinensischen Staat eigentlich nicht leben dürfen sollen. Das Feuilleton springt nahezu unisono einem deutschen Publizisten bei, der Israel in seinen Kolumnen regelmäßig mit markigen Worten attackiert und delegitimiert, wenn genau dies von einer amerikanischen Menschenrechtsorganisation zum Anlass genommen wird, die Ausfälle dieses Publizisten in eine Liste der übelsten antisemitischen und antiisraelischen Äußerungen aufzunehmen.

Wie kommt es, dass Israel immer wieder dämonisiert und ihm de facto das Recht abgesprochen wird, sich gegen seine Feinde zur Wehr zu setzen? Warum wird diesen Feinden so viel Verständnis gezollt oder gar Sympathie entgegen gebracht? Weshalb ist die so genannte Israelkritik vor allem hierzulande so ungeheuer populär, und was treibt sie an – in der Politik, in den Medien, in der Bevölkerung?

Alex Feuerherdt (43) ist freier Autor und lebt in Köln. Er schreibt regelmäßig für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften zu den Themen Antisemitismus und Nahost, unter anderem für die Jüdische Allgemeine, Konkret, den Tagesspiegel und die Jungle World.

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Urban Dictionary / Zur Kenntnisnahme http://wilhelm.blogsport.de/2013/03/17/urban-dictionary/ http://wilhelm.blogsport.de/2013/03/17/urban-dictionary/#comments Sun, 17 Mar 2013 14:00:41 +0000 Administrator Archiv http://wilhelm.blogsport.de/2013/03/17/urban-dictionary/ Update: Alex Feuerherdt war glücklicherweise so flexibel, dass wir ihn kurzfristig für eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung gewinnen konnten, die nun am 17. März 2013 um 17:00 an Stelle der abgesagten Podiumsdiskussion stattfinden wird. Um Journalismus wird es – aus der Perspektive einer spezielleren Fragestellung – hierbei auch gehen. Genaueres ist in der Ankündigung unten nachzulesen.

Camp nennen wir in einem weiteren Sinne diejenigen Angelegenheiten (Susan Sontag beschrieb etwa das Auftreten und die Rhetorik de Gaulles als „pure camp“), die als hoffnungslos aus der Zeit gefallen erscheinen und doch merkwürdig faszinieren. Ihre fehlschlagende Ernsthaftigkeit evoziert behagliche Erinnerungen an eine unkomplizierte Vergangenheit, in der sie noch – ohne jedwede ironische Brechung – in ihrer Unbekümmertheit zu beobachten waren.

Nun wurde uns eine Absage zugestellt, und zwar für die Podiumsdiskussion, die für den 17. März 2013 vorgesehen war („Gibt es ein richtiges Medium im falschen? Unabhängiger Journalismus & die (neuen) Medien.“). Die Moderatorin und der Gesprächsteilnehmer Freudenreich sind zu der Auffassung gelangt, dass mit Alex Feuerherdt, dem anderen Gesprächsteilnehmer, der offenbar gemeint ist, wenn „Antideutsche“ geschrieben wird, „eine Diskussion in der Regel gar nicht möglich ist“. Ein Interesse „dem eine Plattform zu bieten“ haben die beiden nicht – weil jene Antideutschen dogmatisch seien.

Die Veranstaltung kann folglich in der geplanten Form nicht stattfinden und wir werden uns bemühen, den hierfür vorgesehenen Termin angemessen umzuwidmen.

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Bini Adamczak (Berlin): Gestern Morgen. Über die Einsamkeit kommunistischer Gespenster und die Rekonstruktion der Zukunft. http://wilhelm.blogsport.de/2013/03/07/gestern-morgen-ueber-die-einsamkeit-kommunistischer-gespenster-und-die-rekonstruktion-der-zukunft/ http://wilhelm.blogsport.de/2013/03/07/gestern-morgen-ueber-die-einsamkeit-kommunistischer-gespenster-und-die-rekonstruktion-der-zukunft/#comments Thu, 07 Mar 2013 13:00:48 +0000 Administrator Archiv http://wilhelm.blogsport.de/2013/03/07/gestern-morgen-ueber-die-einsamkeit-kommunistischer-gespenster-und-die-rekonstruktion-der-zukunft/ Do., 7. März 2013, 19:00

Dem Antikommunismus ist zu allererst vorzuwerfen, dass er die Verbrechen des Stalinismus verharmlost. Nicht weil in den Gulags neben den Menschen auch noch eine Idee gemordet worden wäre – was für ein zynischer Einfall –, sondern weil erst der Kommunismus das historisch einklagbare Anrecht in die Welt gezwungen hat, keine Entmündigung hinnehmen, keine Erniedrigung mehr ertragen zu müssen. Seit dem ist noch das kleinste Unrecht größer und das größte schmerzt um ein Vielfaches mehr.

Die Re-Konstruktion eines kommunistischen Begehrens führt in die Geschichte des Kommunismus und bürstet diese gegen den Strich: von 1939 bis 1917. Vom Hitler-Stalin Pakt bis zur Oktoberrevolution kreisen die Überlegungen der Referentin um die Figuren von Partei und Klasse von Verrat und Versprechen, um sie in ihrer Logik, aber vor allem als Erfahrungen zu rekonstruieren. Aber es gibt keinen unbeschadeten Zugriff auf die revolutionären Wünsche. Der Weg zu den vergangenen Hoffnungen führt über deren Enttäuschung, über das doppelte Scheitern der russischen Revolution, das unbewältigt immer noch anhält. Die Arbeit an dieser Geschichte ist somit eine Arbeit der Trauer, eine Trauerarbeit, die ihr Buch einfordert und zugleich performativ vollzieht. Es birgt eine vergangene Zukunft, die Gegenwart hätte sein können und Zukunft sein kann: „gestern morgen“.

Bini Adamczak ist die Verfasserin verschiedener Aufsätze & Essays. Der Vortrag wird sich auf ihr Buch Gestern Morgen. Über die Einsamkeit kommunistischer Gespenster und die Rekonstruktion der Zukunft, 2. Aufl., Münster 2011 beziehen.

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